Sigfox Glückauf: Die RAG AG digitalisiert Bergbauschächte über 0G-Netz

Wächter der RAG AG Tagesöffnungen im Feldeinsatz an einer Protegohaube, die als Flammendurchschlagsicherung dient. Von links: Stefan Schnell (RAG), Filip Schmachtenberger (THGA), Bastian von Gruchalla (THGA, mit Sigfox-Station), Steffen Kruse (THGA) und Prof. Dr. Bernd vom Berg (THGA)

Schächte kontinuierlich in Echtzeit überwachen

Aufwand für Vor-Ort Inspektionen reduzieren

Digitale Zwillinge zur Langzeitdokumentation schaffen

Die RAG AG hat damit begonnen, über das Sigfox-0G Netz verlassene Tagesöffnungen, Schächte und Stollen des Steinkohlebergbaus zu digitalisieren. Alleine in Nordrhein-Westfalen gibt es rund 60.000 davon[i]. Das Ziel dieser IoT-Anbindung ist die kontinuierliche Überwachung von Veränderungen in Echtzeit, um den Schutz vor Tagesbrüchen zu erhöhen und den Aufwand für Vor-Ort-Inspektionen zu reduzieren. Das Sigfox-0G basierte Bergbauschacht-Überwachungssystem, das auch zur Langzeitdokumentation dient, wurde vom Forschungszentrum Nachbergbau und dem Wissenschaftsbereich Elektro-/Informationstechnik und Wirtschaftsingenieurwesen der Technischen Hochschule Georg Agricola konzipiert und in Kooperation mit der RAG AG zur Serienreife geführt.

Das über Solargenerator betriebene 0G-basierte Remote-Monitoring-System besteht aus Seilzug-Schaltern als Sensoren und einem Mikrocontroller mit Funktransceiver, der die Daten über Sigfox-0G-Netze in eine Überwachungs-Cloud überträgt. Die Sensoren überwachen beispielsweise die senkrechte Bewegung der Füllsäule eines alten Bergbauschachts. Die über Sigfox-0G-Netz eingesammelten Daten lassen sich in der Cloud zu Überwachungszwecken darstellen und im Alarmfall automatisch an eine vordefinierte Meldekette per SMS und eMail senden.

„Die in unserem Zuständigkeitsbereich liegende mehr als 5.200 km² große Steinkohlenberechtsame mit rund 7200 ehemaligen Tagesöffnungen gilt es konstant zu überwachen, denn in einem Teilbereich von rund 100 km² sind jederzeit Tagesbrüche möglich. Jährlich werden deshalb unter anderem rund 6.000 Befahrungen durchgeführt, um rechtzeitig präventiv eingreifen zu können. Zur Minimierung dieser persönlichen Inaugenscheinnahme und zur Echtzeitüberwachung jedweder Veränderung werden ausgewählte Tagesöffnungen nun auch konstant über Sigfox-0G-Netzanbindung überwacht“, erklärt Dipl.-Ing Frank Wollnik vom Bereich Standort- und Geodienste der RAG Aktiengesellschaft.

„Die Sigfox-0G-Lösung für die Schachtüberwachung ist Bestandteil des sogenannten Mineberry-Systems, das solarbetrieben komplett autark arbeitet und sich dank modularem Aufbau für fast jede Art von altbergbaulichen Objekten eignet. Um die Cloudanbindung unserer Remote-Monitoring-Lösung besonders kosteneffizient, langlebig und wartungsfrei umzusetzen, haben wir bewährte Sensor-Technik an das innovative Sigfox-0G-Netz angeschlossen. Und da es weltweit ohne Roaminggebühren einsetzbar ist, kann unsere Lösung ebenfalls weltweit zum Einsatz kommen“, erklärt Prof. Dr.-Ing. Bernd vom Berg, Leiter des Laboratoriums für elektrische Messtechnik und des Laboratoriums für Mikroprozessortechnik an der Technischen Hochschule Georg Agricola in Bochum.

„Das Monitoringsystem der RAG AG ist ein hervorragendes Beispiel für das Remote-Monitoring von Dingen und Zuständen, denen man bislang nicht ständig Beachtung schenken konnte, weil es zu teuer oder zu energiehungrig war, all diese Daten in Echtzeit zu erfassen. Mit Sigfox 0G wird jedoch die Echtzeitüberwachung selbst einfachster Gegenstände und Zustände möglich. Im Falle des Bergbaus kann man sich leicht vorstellen, dass es weltweit sehr viele Kontrollpunkte gibt, die man über Sigfox-0G-Netz überwachen kann. Insbesondere weil nach dem Kohleausstieg kein Geld mehr verdient wird, sind kosteneffiziente und wartungsarme Datenübertragungswege, wie sie Sigfox-0G bietet, besonders wichtig“, erklärt Stéphane Pâris Technical and Network Director bei Sigfox Germany.

Der 0G-Controller ist bei dem Remote-Monitoring-System zur Tagesöffnungs-Überwachung oberirdisch außerhalb des möglichen Ex-Bereiches installiert, während die Ex-geschützten Sensoren im Schacht verbaut sind. Da Funksignale über das Sigfox-0G-Netz über viele Kilometer hinweg übertragen werden können ist Ihr Einsatz auch in mobilfunkschwachen Bereichen möglich. Die Controller können dank batterieschonender Funktechnik auch über viele Jahre hinweg ohne Batteriewechsel betrieben werden. Installationen im ebenfalls funkkritischen unterirdischen Umfeld finden sich bereits im Wasserversorgungsnetz der Stadt Antwerpen. Voraussetzungen für weitläufige unterirdische Installationen sind jedoch Repeater, die alle 3-5 Kilometer positioniert werden müssen.


[i] Nicht alle davon liegen im Zuständigkeitsbereich der RAG AG

Über Sigfox
Sigfox ist Initiator des 0G-Netzwerks und weltweit führende IoT-Serviceprovider. Über sein globales 0G-Netz können Milliarden von Geräten so einfach wie möglich und mit höchster Energieeffizienz an das Internet angebunden werden. Das einzigartige Konzept für die Kommunikation von Geräten mit der Cloud von Sigfox geht auf die drei Haupthindernisse hinsichtlich der weltweiten IoT-Verbreitung ein: Kosten, Energieverbrauch und globale Skalierbarkeit.

Aktuell ist das Netzwerk in 70 Ländern verfügbar und erreicht mehr als eine Milliarde Menschen. Sigfox verfügt über ein großes Ökosystem an Partnern und IoT-Schlüsselunternehmen. Damit ermächtigt es Unternehmen, ihr Geschäftsmodell in Schlüsselbereichen wie Asset Tracking, und Supply Chain Management weiter in Richtung digitale Services umzustellen. Das 2010 von Ludovic Le Moan und Christophe Fourtet gegründete Unternehmen hat seinen Hauptsitz Frankreich. Darüber hinaus unterhält Sigfox Niederlassungen in München, Madrid, Boston, San Jose, Dallas, Dubai, Singapur und Tokio.

Über den Bereich Nachbergbau der RAG
Schon vor Auslauf des aktiven Steinkohlenbergbaus konzentriert sich die RAG auf die zukünftigen Aufgaben in ihren Verantwortungsbereichen in NRW (Ruhrgebiet und Ibbenbüren) und an der Saar. Diese umfassen u.a. die Abwehr von Gefährdungen aus dem oberflächennahen Steinkohleabbau sowie durch alte Schächte. Dazu hat RAG den Bereich „Nachbergbau“ gegründet, der das Know-how des Markscheidewesens, der Bergbaunachsorge (Gefahrenanalyse und Prävention) und der Geodaten bündelt. Der Verantwortungsbereich der RAG ergibt sich aus 728 Steinkohlenberechtsamen mit einer Gesamtfläche von mehr als 5.200 km² und mit über 7.200 Tagesöffnungen. In einem Teilbereich von rund 100 km² sind Tagesbrüche möglich.  Alle bekannten, risikobehafteten Bereiche unterliegen einem Monitoring. 2016 und 2017 wurden über 20.000 Befahrungen durchgeführt, insgesamt wurden in diesen beiden Jahren rund 80 Maßnahmen präventiv durchgeführt. Die RAG war auch aufgrund der Beherrschung der komplexen Lagerstättensituation technologisch führend. Die hochentwickelte Technik und das vorhandene Know-how werden im Nachbergbau genutzt und weiterentwickelt. Die Dokumentation der bergbaulichen Tätigkeiten ist aus mehr als 150.000 – teils historischen – Karten und Rissen zu entnehmen, die digital im Rissarchiv vorliegen und über das Geoportal der RAG (Digitale Service-Akte – DSA) mit einer Vielzahl weiterer zeit- und raumbezogener Themen – z.B. Abbausituation, Geologie, Betriebsanlagen, Gebietseinheiten, Luftbilder –  dargestellt und analysiert werden. Wissensmanagement spielt eine wesentliche Rolle in den Prozessen des Nachbergbaus. Die DSA ist somit sowohl ein Instrument, um effizient die täglichen Aufgaben im Nachbergbau zu bewältigen, als auch, um das erforderliche Know-how mittels neuester Technologien in die Gegenwart zu überführen und aufrecht zu erhalten.


Zukunftsgerichtete Aussagen
Diese Pressemitteilung enthält zukunftsgerichtete Aussagen. Die tatsächlichen Ergebnisse können jedoch erheblich von den in zukunftsgerichteten Aussagen genannten oder implizierten Ergebnissen abweichen. Die zukunftsgerichteten Aussagen in dieser Pressemitteilung basieren auf den aktuellen Erwartungen zum Zeitpunkt dieser Pressemitteilung und Sigfox übernimmt keine Verpflichtung, zukunftsgerichtete Aussagen zu aktualisieren oder zu überarbeiten, sei es aufgrund neuer Informationen, zukünftiger Ereignisse oder aus anderen Gründen.

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